Marc & The Boiled Crawfish - Mudbug Business

Die französischen Auswanderer die 1604 in Port Royal, dem heutigen Neufundland, ankamen, hätten wohl nie erwartet, dass ein paar Schweizer Jahrhunderte später, die Musik, die sie aus ihrer Heimat mitgenommen hatten, spielen würden.
Marc & The Boiled Crawfish nehmen die Tradition ernst, lassen sie sich aber durch diese nicht in ihrer Experimentierlust einschränken. So setzen sie Congas ein, machen ihre eigenen Arrangements und schreiben auch eigene Songs. Nebenbei pflegen Marc & The Boiled Crawfish eine Tradition die zu den Grundpfeilern sowohl der schwarzen Zydeco wie auch der weissen Cajun Musik gehört.

Ein Konzert von Marc & The Boiled Crawfish ist ein Fest der Sinne, und schliesslich, keiner kocht ein besseres Jambalaya als der Chef Marc Bachmann. Als einzige helvetische Cajun- und Zydeco Band begeistern sie das Publikum in der ganzen Schweiz.

Nach 2001 und 2006 folgt nun mit MUDBUG BUSNIENSS bereits die 3 .CD von
Marc & The Boiled Crawfish

Mehr Infos über die Band und über die Musikstile Cajun & Creole unter:
www.cajun.ch

Ein paar Worte über «Mudbug Business

Darf ein Japaner Alphorn spielen? Natürlich darf er. Nur läuft er Gefahr, dass seine Klänge zum Klamauk verkommen. Vielleicht gelingt ihm Musik, eine kulturelle Äusserung aber wird ihm mit Bestimmtheit nicht gelingen. Denn er kennt die Lebenswelt nicht, der dieses Instrument entstammt.

Warum ich das hier erzähle? Weil es einem Häufchen Unbeugsamer aus der kleinen Schweiz gewiss unbenommen ist, sich einer Volksmusik aus dem fernen Louisiana zu verschreiben. Daraus resultiert bestenfalls nettes Nachspielen – möchte man denken. Falsch. Denn Marc & The Boiled Crawfish sind eingetaucht in die Lebensweise und Lebenshaltung, die der Cajun- und Zydecomusik zugrunde liegen. Immer wieder bereisen sie das «Cajun Country», pflegen sie Austausch und vertiefen sie sich in Kultur, Küche und Geschichte der Gegend. Marc spielt das Akkordeon wie ein Dortiger, das altertümliche Französisch der Region hat er sowieso drauf. Er und seine Band – gewiefte Musiker allesamt – wissen, dass die Cajuns ihre Flusskrebse liebevoll Mudbugs nennen, Schlammkäfer. Sie haben erfahren, dass das Publikum in den Lokalen am Atchafalaya Basin Teil der Musik ist, weil eine Tanzmusik ohne Tanzende nicht existieren kann. Und sie waren dabei, wenn junge Kerle an einem Mardi Gras im Morgengrauen Hühnern nachjagten, die im Gumbo enden sollten, dem Eintopf zur Feier des Tages.

Marc & The Boiled Crawfish haben sich Cajun und Zydeco mehr als nur angeeignet. Wer sie je live gesehen hat, weiss, dass sie den Esprit dieser Musik verinnerlicht haben. Wer noch dazu das Glück hatte, von Marc nach allen Regeln der kreolischen Kochkunst verwöhnt zu werden, zweifelt nicht mehr daran, dass er diese Kultur lebt. Er weiss, dass Cajun selbst im Übermut eine melancholische Seite behält, erzählt doch jeder Walzer, jeder Two-Step immer auch wortlos von der Vertreibung der Acadiens aus Nova Scotia und ihrer Irrfahrt vor über 250 Jahren.

Vielleicht ist das trotzige Völkchen, das schliesslich im Südwesten Louisianas strandete, der ländlichen Schweiz ja nicht unähnlich, vielleicht ist das Cajun Accordion eine entfernte Cousine unseres Schwyzerörgelis. Jedenfalls haben Marc und die Seinen in dieser Musik eine Heimat gefunden. Sie interpretieren sie frei, mischen schwarze und weisse Elemente, streuen Rockiges ein – just so, wie es auch junge Musiker in Louisiana tun.

Wenn Mamou, Louisiana, denn die «Cajun Music Capital of the World» ist, wie ein Schild an der Kreuzung von Main Street und Highway 13 verheisst, dann ist Rüschlikon, Switzerland, die «Cajun Music Capital of the Rest of the World».

Lassen wir sie also getrost rouler, die bons-temps! Bänz Friedli
  

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