Mehrere Kapitel Musikgeschichte geschrieben!

Rettungsanker
Hans Oestreicher im Bandarchiv der Turicaphon AG mit vielen Tausend Original Aufnahmen
Was wir heute noch anbieten: Broker für CD/DVD + Vinyl-Fabrikation – Label Produzentin – Vertrieb und Musikverlag. Das Ehepaar Oestreicher eingeschlossen, besteht die Firma heute aus sechs Personen. Natürlich bringt auch sie ihre Produktionen nun vorwiegend als CD heraus - wobei das Vinyl der Platten etwa bei DJs eine Renaissance erlebt. Die CD werden seit 1987 von der Partner-Firma P+O Compact Disc GmbH hergestellt, einer Firma der Pallas-Group in Diepholz

Am 1. Oktober 1930 wurde die Turicaphon AG in Zürich gegründet. Seit 1936 hat sie ihren Sitz in Riedikon. Dort stellte sie bis 1992 Schallplatten her. Heute ist sie noch Produzentin, Vertrieb und Broker für CD/DVD Herstellungen.

1936 verlegte Firmengründer Heinrich Landis deren Sitz nach Riedikon. Dort konnte ein Presswerk übernommen werden, das nach nur drei Jahren den Konkurs hatte anmelden müssen. Die Ustermer Aussenwacht lockte mit dem Standortvorteil, da das Wasser des Riedikerbachs weit günstiger war als das Leitungswasser in Wädenswil. Wasser aber brauchte es viel zur Kühlung Schallplatten-Pressen der 78-tourigen Schellackplatten. Denn der Schellack, der für die Pressung der Platten auf 170 Grad erhitzt wurde, musste jäh abgekühlt werden. Ab 1938 wurde der auf Baumharz basierende Schellack in Riedikon selbst aufbereitet. Mitte der 50er Jahre wurde die Schallplattenfabrikation von Schellack auf VINYL umgestellt!

Im Krieg Schweizer Musik, nach dem Krieg internationale Stars Von Anfang an war die Turicaphon AG auch als Musikproduzentin tätig. Dass in den 40er Jahren einheimisches Musikschaffen en vogue war, war also mehr Folge des Krieges als ein freier Entscheid des Zeitgeistes. In Riedikon wurden damals Künstler wie die Geschwister Schmid, Lys Assia oder Vico Torriani produziert. Nach dem Krieg ernannte Heinrich Landis Hans Oestreicher senior, den er 1939 als Betriebsleiter eingestellt hatte, zum Chef des Unternehmens. Er selbst blieb Verwaltungsratspräsident. Weil Deutschland und Österreich in Trümmern lagen, konnte die Turicaphon nun sogar internationale Stars aus dem deutschen Sprachraum verpflichten, wie Zarah Leander, Marika Rökk, Hans Moser, Paul Hörbiger oder Johannes Heesters. 1948 eröffnete die Turicaphon in der Musikstadt Wien ein Studio. Dort wurden etwa die Hälfte der bis heute über 100'000 Titel auf-genommen, die das Tonbandarchiv umfasst. Unter anderem erhielt dort 1950 auch Peter Alexander seinen ersten Schallplattenvertrag. Neben Wien wurde in Hamburg eine Vertriebs- und Musikproduktionsgesellschaft für Deutschland gegründet. Darüber hinaus kam es zur Zusammenarbeit mit der Schallplattenfabrik Pallas in Diepholz bei Bremen.

In den 80er Jahren brach die CD der Plattenfabrikation das Genick In den besten Zeiten stellte die Turicaphon AG pro Jahr rund vier Millionen Schallplatten her. 90 Prozent davon waren freilich Fremdaufträge, etwa von Ex Libris, Polydor oder EMI. In Riedikon wurden auch die Platten von Emil Steinberger, Mani Matter oder Trudi Gerster fabriziert. Die in den 80er Jahren aufkommende CD liess die Schallplattenfabrikation auf 1,5 Millionen Stück pro Jahr absacken. 1986 übernahm Hans L. Oestreicher junior die Geschäftsführung. Die Schallplattenproduktion wurde 1991 eingestellt. Für eine eigene CD-Fabrik fehlten einerseits die Landreserven. Andererseits schien das Risiko einer Investition von 15 bis 20 Millionen Franken «im teuersten Fabrikationsgebiet Europas», so Hans Oestreicher junior, zu gross. Damals kauften er und seine Frau Helga den Landis-Erben das Unternehmen ab.

Buch „Leben mit Musik“ 80 Jahre Schallplattengeschichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz Die Story der einzigen Schweizer Schallplattenfabrik Turicaphon AG in Riedikon, sowie die Erfolge des Entdecker-Labels ELITE SPECIAL, erhältlich über unseren Online Shop.